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Ensemble Folk Baroque: Barock und folkig

Sebastian Schmidt (Blockflöte) Tabea Seibert (Blockflöte) Elias Conrad (Laute)  

Kunsthaus Kannen
Alexianerweg 9
48163 Münster

Event organiser: GWK e.V., Fürstenbergstraße 14, 48147 Münster, Deutschland

Tickets

Das Konzert ist ausverkauft. Warteliste: karina.leckelt@lwl.org oder 0251/5913041

Event info

Das geht sofort in die Beine und ins Ohr: grounds, ostinate, wiederkehrende Basslinien, über denen sich die Oberstimmen frei entfalten, Volkslieder und Volkstänze. Große Komponisten verarbeiteten sie, Kunst- geht aus Volksmusik hervor, zuweilen ist die Unterscheidung unmöglich, zumal wenn so famos musiziert wird wie von dem Preisträger-Ensemble Folk Baroque. Das hat natürlich auch noch berühmte Sonaten aus dem europäischen Barock.
Es ist was los mit „Barock und folkig“. Die italienische Bergamesca: Uccellini schreibt eine Arie, die abgeht, auf diesen humoristisch-schnellen Bauerntanz. Van Eyck sammelte die Straßen- und Hausmusik seiner Zeit in seinem „Lusthof der Flöte“. Lustvoll-lustig lässt Folk Baroque seine „Englische Nachtigall“ ihr Solo singen. Der Galliard: ein Springtanz im Dreier mit fröhlich-lebhaftem Nachtanz, von Dowland aber melancholisch verschattet. Miss McLeod’s Reel: ein schneller Tanz im zwei Halbe-Takt von der Isle of Skye und Raasay. Die Chaconne: ein langsamer Tanz im Dreivierteltakt und eine Variationsform mit sich wiederholender Bassmelodie und festem harmonischen Schema. Die Chaconne von Purcell ist schwer, innig. Die Romanesca: das verbreitete melodisch-harmonische Modell liegt auch dem Folk Song und Evergreen „Greensleeves“ zugrunde. Und die Folia, ein populäres Melodie-, Harmonie und Rhythmusmuster, wird mit Vivaldi und Folk Baroque übermütig ausgelassen, in der Tat verrückt. Darüber hinaus beliebte Sonaten und Triosonaten, galant und gar nicht melancholisch die von Quantz, auch bei Corelli kein Satz in Moll und ein wunderschönes Adagio, wobei Signore Detri, das One-Hit-Wunder, gerade in der Tonart c-Moll packt. „Luftige Unbeschwertheit“ wollte Telemann in seiner Triosonate erreichen: Zu solcher Leichtigkeit, bemerkt er, brauche es Meisterinterpreten. Wie die des Ensembles Folk Baroque.

Programm: Marco Uccellini (1603–1680): Aria sopra la Bergamesca
Jacob van Eyck (1590–1657): Engels Nachtegaeltje
Johann Joachim Quantz (1697–1773): Triosonate C-Dur
Anonymous: Greensleeves to a Ground
Signore Detri (18. Jh.): Sonate c-Moll
Henry Purcell (1659–1695): Chaconne
Traditional aus Schottland: Miss McLeod’s Reel
Georg Philipp Telemann (1681–1767): Triosonate F-Dur, TWV 42:F7
John Dowland (1563–1626): The Frog Galliard
Nicola Matteis (1650–1714): Ground after the Scotch Humour
Arcangelo Corelli (1653–1713): Sonate in F-Dur, op. 5 Nr. 10
Antonio Vivaldi (1678 – 1741): Triosonate g-Moll „La Follia“, RV63

Musiker:innen:
Ensemble Folk Baroque
Sebastian Schmidt: Blockflöte
Tabea Seibert: Blockflöte
Elias Conrad: Laute

Ort: Kunsthaus Kannen
Das Kunsthaus Kannen ist eine integrative Begegnungsstätte für behinderte und nichtbehinderte Künstler:innen mit Atelier und Ausstellungssaal. Es beher¬bergt eine der umfangreichsten deutschen Sammlungen von Outsider-Kunst im psychiatrischen Kontext. Die Künstler:innen des Kunsthauses sind künstlerisch besonders begabte Langzeitpatient:innen des Alexianer Krankenhauses, einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. In Wechselausstellungen sind ihre sowie Arbeiten auswärtiger Künstler:innen zu sehen. Zudem finden im Kunsthaus Workshops, Tagungen und Vorträge zum Ver¬hältnis von Kunst und Psychiatrie, zur Outsider Art und zur zeit-genössischenKunst statt.

In Kooperation mit dem Kunsthaus Kannen | www.kunsthaus-kannen.de

Fotos: Ilhae Kim, GWK

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Kunsthaus Kannen
Alexianerweg 9
48163 Münster
Germany
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